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3000 Watt Ebike bauen

Hallo liebe Forenmitglieder,
ich bin mir sicher das ist eine Frage die schon tausende male so oder so ähnlich gestellt wurde und sie jeden schon nervt...ich wage es dennoch :)

Ich möchte mein Fahrad preiswert mit einem 3000w hub Motor bestücken und die Watt vor allem im Bezug auf Beschleunigung und bisschen auf Geschwindigkeit voll ausnutzen. Ich werde vermutlich nie längere Fahradtouren machen und es vorwiegend in der Stadt nutzen weswegen es die meiste Zeit unter 30 Km/h gefahren wird. Dennoch möchte ich gut beschleunigen und zumindest die Möglichkeit haben deutlich schneller zu fahren. Nun zu meiner Frage. Wenn ich mir einen 3000w/72v Motor kaufe, brauche ich dann einen Controler mit 72v und ca. 42A um die 3000w voll nutzen zu können oder welchen ? Und reicht eine 72v/18Ah Batterie aus um die 3000 watt "kurzzeitig" voll zu nutzen ?
Oder was empfehlt ihr mir für meine Vorstellungen ?

Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten.
Besten Gruß
Sparfuchs
 
Moin Sparfuchs,

nach meiner Erfahrung, schliessen sich preiswert und 3000W nahezu aus. ;)

Das "Problem" dabei ist der Akku.

18Ah deuten auf 5-6p hochkapazitive Zellen parallel.
Die hochkapazitiven Zellen können selten mehr als 10A ... laut Datenblatt.
Und wenn man das ausreizt, geht die Kapazität schnell in den Keller.
Ich versuche bei meinen Systemen, nie mehr als 1/5 der max A zu nutzen (nur bei Rennsystemen gehe ich höher).

Ich würde auch nicht mit 72V (84V wenn voll) arbeiten.

Die Grenze zu Hochvolt liegt bei 60V und ein 14S (52V) ist bei 58,8V voll (das interessiert so lange keinen, wie der Akku nicht abbrennt)
Mit einem 52V System erreicht man mit einem Motor der ~12U/min pro Volt dreht und einer 16" Motorradfelge (= 20" Fahrrad) 51km/h (+- 5km/h von Akku voll bis leer)
In einer größeren Felge sind es entsprechend mehr km/h.

3000W bei 52V sind ~ 60A.
Da ist man mit 6 parallelen hochkapazitiven Zellen schon an der oberen Grenze.
10A pro Zelle.

Hochstrom Zellen sind da besser geeignet.
Die können 20-30A laut Datenblatt (21700 sogar 40A)
Mit 10p und Zellen, die 30A können, wärst du an meiner (persönlichen) oberen Sicherheitsgrenze.
Das sind dann 140 Zellen und schon nicht mehr so günstig.

3000W bei 72V sind ~42A ... d.h. 7p ... also auch 140 Zellen.

Reichweite:
Ich rechne bei einem (50km/h) 2Rad mit ~40Wh/km (das kann auch mehr sein)
140 Zellen mit ~10Wh pro Zelle sind ~1400Wh im Akku.
1400Wh / 40Wh/km =~35km (bei neuen Zellen)

Ich rechne bei einem so hoch belasteten Akku mit einer Alterung von 7-10% pro Jahr.
Mit 10% sind es nach einem Jahr noch ~32km, im 2ten ~29km, im 3ten ~26km ...

30km sind bei 50km/h ~35 Minuten Fahrzeit ... dann muss der Akku wieder geladen werden.

Unterm Strich würde ich (grade) einem Sparfuchs raten, mehr Geld für den Akku auszugeben.
;)


Gruß Jörg
 
Die Grenze zu Hochvolt liegt bei 60V
Hallo Jörg, gibt es eine Norm oder Richtlinien für die Anwendung?

Bin selber sehr interessiert daran da ich eine 14S habe und eigentlich mein komplettes System so ausgelegt habe dass es sauber durch TÜV kommen kann. Der Punkt "Batterie Spannung" ist bis jetzt für mich immer ungeklärt.

Vg, Gael
 
Hallo Jörg, gibt es eine Norm oder Richtlinien für die Anwendung?
Ja, aber frag mich bitte nicht nach der Nr.

Mit 14s Li-Ion bist du noch auf der sicheren (unter 60V) Seite.
Dabei geht es um die maximal Spannung und nicht um die Nennspannung.


Gruß Jörg
 
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