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suche Radnabenmotor 2...3kW mit Regler

Hi zusammen,
ich plane einen Umbau eines älteren Leichtmotorrades zum E-Motorad. 20190728_170925.jpg
Ein Radnabenmotor um die 2...3.kW erscheint mir hier ideal, mit Kettenrad (das Ding hat Pedale!), Reku und Bremse. Einbaubreite 135mm, den Rahmen möchte ich ungern ändern müssen. Dank seiner filigranen Bauart ist die Basis ausgesprochen leicht und rollt auf seinen 26"-Rädern sehr gut dahin. Mit seinen 2,25 PS sind 60 km/h eingetragen, die will ich auch elektrisch mindestens erreichen, am liebsten 48V. Mechanisch und elektrisch kann ich mir gut helfen, (einen BLDC hatte ich allerdings noch nie auf). Zur Klärung einiger Fragen werde ich aber sicher Eure Hilfe brauchen.
Hat jemand sowas "herumliegen", oder kennt eine Quelle?
MfG
Schelle
 
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Hallo schelle63,

ich glaube du hast die richtige Kombination ausgesucht. Der Rahmen ermöglicht auch integrierten Motoren (leichter) aber ist komplizierter.

Zuerst ist die Zulassung bei solchen Umbau weg. Danach ist nur noch auf private Wegen, je nachdem was man als privat interpretiert.

Wie du es beschrieben hast, wäre ein Radnabenmotor wie z.B. ein MXUS XF40 10rpm mit eine Freilauf passend. Es ist ein günstigen Motor der für die Leistung ausreicht. Es gibt noch wichtige Details zu klären:

Bremsen wird nur noch über Bremsscheiben möglich. Elektrische Bremsen ist nicht Rahmen- und Batteriefreundlich. Man rekuperiert kaum (3 bis 5% ist typisch) und es ist nicht sicher genug. Die Befestigung des Bremssattels am Rahmen ist aber nicht vorhanden.

Die Batterie muss irgendwo integriert werden. Vielleicht verschraubt am Motorbefestigung?
48V ist richtig, man könnte auf 52V also 14S statt 13S gehen wenn die Geschwindigkeit gewünscht ist (72V ist gefährlich bei Berührung).
Welsche Reichweite/Preis hast du im Kopf?

Vg, Gael
 
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Hi,
ich hätte auch kein Problem damit einen schönen "normalen" Motor in den Rahmen zu setzen, die beiden Kettenräder sind ja am Hinterrad schon dran. In dem Fall wäre auch das originale Erscheinungsbild deutlich besser erhalten. Nur hätte ich dann die alte Rücktrittbremse hinten (original, aber nicht so toll), und den Platz vorne würde ich viel lieber für Batterien nutzen. Und der Antrieb wäre lauter und vermutlich etwas weniger effizient. Tretlagermotoren mag ich gar nicht. Also wie schon geschrieben: Radnabenmotor bevorzugt.

Scheibenbremse sehr gerne! Eine Befestigung bekomme ich hin: eine Schelle angeschweißt oder zwei, ein Blech konstruiert, das wird schon gehen.

Natürlich ist Reku alleine nicht ausreichend, aber erstens hilft es, und zweitens wohne ich in einer recht hügeligen Gegend. Hinzu kommt dass es umsonst zurück gewonnene kinetische Energie ist. Zumal ich auch wegen meines fortgeschrittenen Alters eine sehr vorausschauende Fahrweise habe: mit meinem E-Mini fahre ich praktisch nur auf der Rekuperationsbremse bis an die roten Ampeln heran. Ich glaube der Reku-Anteil wird deutlich über 10% liegen.
Ich verstehe nicht warum Reku Rahmen und Batterie belasten soll: es muss das Drehmoment sauber abgestützt werden (beim Beschleunigen ja auch), aber ein beherzter Griff in eine Scheibenbremse entfaltet da gewiss ganz andere Kräfte. Und natürlich müssen Regler oder BMS dafür sorgen dass der hohe Strom nicht was kaputt macht, klar auch in Abhängigkeit vom Ladezustand der Batterie.

Ja, die Batterie gehört m.E. irgendwo in das Rahmendreieck, die vorhandenen Motorbefestigungen werden natürlich vorzugsweise genutzt. Ich hatte auch schon mal an zum Design des Motorrades passende "Satteltaschen" gedacht, aber wenn ich da die schweren Batterien reinpacke dann wird die ganze Sache doch zu hecklastig. Regler und Ladegerät könnten da vielleicht gut hin. Ich habe einen guten Konfektionierer für Batterien, der schweißt mir 18650er Zellen in praktisch beliebiger Anordnung zusammen. Das erlaubt auch hier viel Freiheit bei der Gestaltung (es soll schön aussehen!) und Gewichtsverteilung (es soll ordentlich fahren!).

Reichweite 100km ist das Ziel, gerne mehr. Mein Mini verbraucht ca. 13 kWh/100km, da sollte das Motorrad mit 5kWh hinkommen (das ist aber eine reine Anahme von mir!). Das wären ca. 30 kg, kein Problem für das Motorrad, es darf 150kg (!) zuladen, bei einem Eigengewicht von 54kg. Wichtig ist auch die Geschwindigkeit: bei einem (geschätzten) Radumfang von 2100mm komme ich auf 470 1/min die der Motor können muss, und das bei eben 48V. Das ist die Spannung die die Einzelblöcke meines Minis auch haben. Ein schöner modularer Aufbau, mit Hochstromsteckern verbunden, ein sehr vielseitig einsetzbarer "Baukasten" den ich da habe. Ich fahre 3 solcher Blöcke in Serie mit 144V, also Angst vor hohen Spannungen habe ich keine (Respekt schon).

Ich würde gerne auch gebrauchte Komponenten verbauen, zum Einen weil sie natürlich deutlich günstiger wären, aber sicher auch weil man da mit weniger Vorbehalt ans Ändern rangeht. Batterien werde ich erst mal welche aus dem Mini nehmen. Erst wenn das Projekt in seiner Endphase ist (und dann immer noch Spaß macht!) spendiere ich ihm vielleicht eigene Akkus.

Sicher ist mir bewusst dass ich mit diesem Fahrzeug einmal den TÜV-Prüfer gründlich drüber schauen lassen muss; ordentlich zugelassen auf die Straße - das ist ganz klar das Ziel.

Soweit der Plan.

MfG
Markus
 
Hallo Markus, super ich sehe dass es für dich nicht Neuland ist.

Mittelmotor ist in der Regel effizienter trotz Kettenantrieb. Das Kettenspanner ist aber oft problematisch einzustellen. Du kannst aber damit mehr Drehmoment bekommen. Bis 100Nm kannst du aber noch mit Radnabenmotor.

Reku hilft ja. Ich habe es implementiert in meinem Umrichter als ich Überhitzung-Problem hatte beim bremsen aber es war in den Alpen bei -12 bis -20% Neigung und -800m in unter 10 Minuten. Das elektrische Bremsen invertiert die Drehmoment-richtung an der Achse. Ich habe einige Alurahmen oder Gabel gesehen die über die Zeit wegen Reku mit Nabenmotoren kaputt gegangen sind. Mit Stahl ist weniger anfällig. Falls du die Drehmoment-Übertragung verbessern kannst, mach es!
Über 10% Reku mit Mofa glaube ich kaum. Es kann bestimmt jemanden mir das Gegenteil beweisen aber so hoch zahlen habe ich nirgendwo gesehen. Die kinetische Energie ist im Vergleich zum Auto gering und die Aerodynamik schlecht.
Ich gehe lieber, wie du, fruh runter von Gas als spät mit Reku bremsen. Die Batterie mag nicht unbedingt wenn der Strom hin und her geht, besonders wenn man hart bremst (> 2C). Meine ist auf 0,5C begrenzt.

5kWh ist sehr viel! Ich habe 2,5 und bin selber fertig bevor meine Batterie! Mit sowas kannst du mit 0,5C tatsächlich elektrisch gut bremsen. Die Batterie wird allerdings sehr schwer sein und muss entsprechend am Rahmen befestigt. Man muss damit stürzen können mit guten Gewissen!

Das MXUS XF40 10rpm macht 10rpm pro Volt im Lehrlauf also vielleicht 460 bei 50V Batteriespannung unter Last. Es könnte mit Feldschwächung die Drehzahl erreichen. Ich habe selber kein Ersatzteile mehr aber du könntest auf Kleinanzeigen irgendeiner Umbausatz mit Radnabenmotor für hintenrad kaufen. Es gibt schon einige leistungsfähige Umbausätze zum verkaufen mit Umrichter und alles aber ohne Batterie.

Mit der Zulassung wirst du wahrscheinlich nicht über 45km/h kommen. Ich finde es doof aber es gibt in der Branch kein Lobby...
Falls du es doch schaffst, verkaufe ich sofort meine und nehme dasselbe Oldtimer.
 
Hi Gael,
es ist ja schon ein Motorrad, mit Zulassung für 60 km/h. Ein "großer" Führerschein muss also ohnehin dafür da sein. Ich sehe nicht warum ein neuer Antrieb das ändern sollte (hoffentlich der TÜV auch nicht). Und die Pedale wollte ich eigentlich im Normalfall nie benutzen.
Wenn die Mittelmotoren tatsächlich beser sind im Wirkungsgrad dann sollte ich vielleicht doch diesen Weg gehen. Mal sehen was mir da so vor den Weg läuft.
Schön zu lesen dass man die Umrichter auch programmieren kann, auf diesem Gebiet muss ich mich noch viel mehr "einlesen", vor Allem was es alles für Typen und Anbieter gibt. Bin hier offenbar recht gut aufgehoben. :)
Danke schon mal...
Markus
 
Hallo Markus,

ist das Motorrad nicht im L1e angemeldet? Damals ging sollschen Leichtkraftrad bis 60km/h und das existiert nicht mehr.
Wenn es ein Motorrad ist, sind die Regeln strenger.

Was Wirkungsgrad angeht, es wird nicht viel Unterschied machen. Mittelmotor reduziert die nicht-gefederte Masse.

Mit dem Umrichter programmieren muss ich vielleicht klären: Die Umrichter die man kauft, kann man nur einstellen aber man kann damit schon viel machen. Bei mir handelt es sich um ein Eigenbau. Deswegen müsste ich es tatsächlich programmieren. Es ist nicht so kompliziert.

Vg Gael
 
Hi,
Das Motorrad hab' ich vor 50 Jahren gekauft, ein Rosthaufen, ohne Papiere. Dann hab' ich es in den 80er Jahren hergerichtet, es lief sogar, aber nie so richtig. Zugelassen war es bei mir nie. Es wird also ohnehin spannend das Ding wieder zuzulassen. (Ehrlich gesagt muss ich gleich erst mal nachschauen was L1e genau bedeutet.)
Umrichter Eigenbau? Ich bin beeindruckt! Ich glaube in meinem nächsten Leben werde ich Elektrotechniker.
MfG
Markus
 
Naja, als Mechaniker kann man mehr (bin ja Elektrotechniker und habe mit der Mechanik nicht viel am Hut).
Vg Gael
 
Es ist eine "98" also Kleinkraftrad von vor Krieg? Ich weiß nicht wie es heute zugeordnet ist. Es könnte vielleicht unter L1e fallen aber ich weiß ehrlich gesagt nicht...
 
Jop. 1938. Ist aber letztendlich egal, ich bin alt genug und hab ja den Führerschein.
Ich fände es schön bei gutem Wetter damit zur Arbeit zu fahren. Besser als irgendwo in der Ecke zu stehen und nie mehr auf die Straße zu kommen.
Gibt es eigentlich Frontmotoren die nicht so schnell drehen? Ich sehe da immer 4000 - 5000 1/min. wenn da mal einer mit 1500 dabei wäre, das wäre ja schon was. Und bürstenlos sollte er schon auch sein.
MfG
Markus
 
1938?
Eigentlich bin ich ja schon für E-Fz, aber so ein Schätzchen würde ich orginal lassen.
Ich denke auch, das du ein paar Probleme bei der Zulassung haben wirst.

Gruß Jörg
 
Hi Jörg,
ein Schätzchen ist es in der Tat. Und das bliebe es auch mit einem E-Antrieb. Die Dinger sind nicht wirklich selten. Als Verbrenner würde ich sicher nicht mehr damit auf die Straße.
Ich denke wenn man das behutsam macht und ordentlich ausfüht, dann gibt auch der gestrenge TÜV-Ingenieur letztendlich seinen Segen.
Nur einen Antrieb hab' ich jetzt immer noch nicht gefunden. Naja, die E-bucht wird es vielleicht richten.
MfG
Markus

PS: ein 1930er Geschoss steht noch bei mir in der Garage, das bleibt dann auch original ein Verbrenner.
 
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Hallo Markus,
Ich denke wenn man das behutsam macht und ordentlich ausfüht, dann gibt auch der gestrenge TÜV-Ingenieur letztendlich seinen Segen.
ruf bitte erst mal beim TÜV an, ob du für das Gutachten eine EMV brauchst.
Wenn ja, wird es seit kurzen leider teuer.

Wenn nein, würde ich dir zu einen Mittelmotor raten. z.B. von:

(da auf e-Motorbike Kit, der 2-3kW Motor, luftgekühlt)

Dann kannst du die org. Optik bewahren.


Gruß Jörg
 
Hi schon wieder,

zuerst mal: ich suche immer noch.

Da ich viele Antworten sehe die sich auch auf díe Umsetzung des Projekts beziehen (die mich sehr freuen! weiter so bitte), hab ich jetzt bei "Bike/Moped/Motorrad einen thread aufgemacht wo wir sehr gerne weiter diskutieren können,

und hier purzeln dann hoffentlich die vielen Angebote für meinen gesuchten Antrieb rein.

MfG
Markus
 
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